Unterwegs ins Leben - Evangelische Kirche in Hohenlohe

www.evangelisch-in-hohenlohe.de

HomeStartseite
* 

Die Stadtkirche

      

                         Die Stadtkirche Schrozberg

 

I. Allgemeines zum Ort Schrozberg

 

Der Name „Schrozberg“ findet sich erstmals in einer Urkunde vom 27. Mai 1249. In ihr wird „Heinricus de Srotsperch“ erwähnt. „Schrozberg“ bedeutet dabei „Berg des Schrot“ oder „Burg des Schrot“.

 

Zweieinhalb Jahrhunderte lang, von ca. 1345 bis 1609, gehörte Schrozberg immer zwei Herrschaften, die einander abwechselten.

Herren von Schrozberg:     ca.   1343 – 1521

Herren von Rothenburg     ca.    1345 – 1409

Herren von Berlichingen             1409 – 1609

Herren von Adelsheim                1521 – 1558

Haus Hohenlohe                        1558 – 1609

 

Von 1609 bis 1806 war Schrozberg ganz im Besitz des Hauses Hohenlohe.

1571 wurde in Schrozberg die Reformtion eingeführt (nach mündl. Auskunft von Peter Schiffer im Hohenlohe Zentralarchiv Neuenstein wurde bereits 1524 unter den Herrschaften Adelsheim und Berlichingen reformiert).

Im Jahr 1609 kaufte Graf Wolfgang von Hohenlohe – Neuenstein zu Weikersheim den zweiten Teil Schrozbergs. Er besaß damit das alleinige Patronatsrecht.

Ein Jahr später, in folge einer Landesteilung, erhielt Graf Georg Friedrich Weikersheim und das Amt Schrozberg. In seine Regierungszeit und in die Amtszeit von Pfarrer Markus Guttermann 1601 - 1636 fiel der Kirchenneubau.

 

II. Die Stadtkirche Schrozberg

 

Die Stadtkirche Schrozberg wurde am selben Ort wie ihre Vorgängerkirche errichtet. Diese war vermutlich Simon und Juda geweiht; Grundmauern in Höhe bis zu einer Höhe von 2 Metern vermutet man unter dem Chor.

 

Von der alten Kirche sind noch erhalten:

-       Der alte Kirchturm, der neu mit einem Kuppeldach versehen wurde

 

-       Der Chorraum mit Kreuzrippengewölbe auf Kragsteinen

 

-       Die Kirchenglocke von 1507. Gestimmt auf den Ton g; 79 kg schwer, Höhe 85 cm, unterer Durchmesser  109   cm, gegossen von Bernhart Lachmann Heilbronn. Kronenbügel mit rechteckigem Querschnitt und scharfem Knick, Schulterinschrift:

+ osanna ( heis ( ich ( in ( unser ( fraen ( er ( elvt ( ich ( bernhart ( lachmann ( gos ( mich 1507

 

-        Grabdenkmäler der Familie Berlichingen, 5 davon aus vorreformatorischer Zeit

O Der älteste Grabstein (im Chor) erinnert an Ursula von Berlichingen, geb. von Felberg:

„Anno Domini 1500 uff Freitag nacha Vasnacht verschied die … Ursula von Berlichingen geporn von Felberg, der got genad“.

O 1517 Grabstein der Agathe von Berlichingen, geb. von Thalberg: Nonnentracht, die einen Rosenkranz in Händen hält

O Grabstein von Max und Margarete von Berlichingen von 1525. Auf der Sandstein-Grabplatte steht ein Ritter auf einem Löwen. Der Stein wird von 4 Wappen umrahmt. „Anno domini 1525 am Tag Simonis und Juda starb der gestreng und treuest Herr Max von Berlichinge, ritter dem sell gott genedig sey“

O Ein großes Grabmal, das in der Mitte ein Kruzifix zeigt, zu dem davor kniend sieben Männer und neun Frauen aufschauen, ist dem 1541 verstorbenen Hans Philipp von Berlichingen gewidmet, zugleich aber auch mehreren anderen Mitgliedern der Familie Berlichingen. Das Rahmengehäuse zeigt Wappen der Familie.

O Der Stein des 1546 verstorbenen Hans Dietrich von Berlichingen im Chor zeigt eine Rittergestalt. Inschrift: „Anno Domini 1546 an S. Barbara abent starb der ervest Hans v. Berlichingen, dem Gott genad“.

 

Hans Dietrich von Berlichingen

 

O Ein steiles Flachreliefbild mit vier Wappen ziert den Grabstein im Chor für die 1555 verstorbene Ursula von Berlichingen, geb. von Westerstetten. Inschrift: „Anno Domini 1555 am Mittwoch nach Walpurgis starb die edel und tugendsame Frau Ursula von Berlichingen geborene von Westerstetten … (der Gott genad)“

 

Detail eines Grabsteins

 

Im Jahr 1614 wurde mit dem Bau der heutigen Kirche begonnen. Da sie eine evangelische nachreformatorische Kirche ist, wurde sie keinem Heiligen geweiht. Erbauer waren Graf Georg Friedrich von Hohenlohe – Weikersheim und seine erste Ehefrau Eva Gräfin von Waldstein. Sie war die Schwester oder Tante des berühmten Albrecht von Wallenstein (Waldstein) aus Böhmen. Das Allianzwappen der beiden ist überm Westportal in Stein gehauen zu sehen. Eine Kirche, die der Schrozberger Kirche sehr ähnlich ist, wurde in Grulich in Böhmen errichtet, wo Gräfin Eva große Güter besaß.

 

Die Kirche selbst ist in gotisierendem Renaissance – Stil erbaut. Sie ist im Innern mit Banderolenwerk, einer typischen Renaissanceausmalung, ausgestaltet. Diese sind aber keine Schablonen – Malereien; alle Ornamente sind verschieden ausgeführt.

 

Banderolenmalereien aus der Renaissancezeit

 

Chorbogen mit Schalldeckel der Kanzel

 

Die Schallfenster im Turm zierte in den Bögen Maßwerk. Über den spitzbogigen Portalen , die mit Stabverschneidungen an der Einfassung versehen wurden, befanden sich kleine runde Fenster mit Kreuzpfosten. Das Schiff erhielt an drei Seiten eine Empore; die Felderdecke wurde mit Stuck verziert.

 

Der Flügelaltar ist das Werk eines unbekannten Künstlers, der sich wahrscheinlich als Kind, mit einer Katze spielend, selbst dargestellt hat. Das große Tafelbild, eine Abendmahlsdarstellung, ist eine Stiftung des Grafen Georg Friedrich. Auf den Seitenflügeln sieht man die Taufe Jesu und die Kreuzigung; zudem sieht man die Wappen des Grafen Georg Friedrich und seiner Frau Eva von Waldstein. Das Medaillon zuoberst zeigt die Auferstehung Christi.

 

Altarraum (Chor der Kirche) mir Flügelaltar

 

Die Einweihung der Kirche fand zum 100sten Jahrestag des Wittenberger Thesenanschlags im Oktober 1617 statt, und nur wenige Tage nach dem Feiertag der von der Vorgängerkirche herrührenden Kapellenheiligen.

 

 

Zwei Glasfenster

 

 

 

Evangelische Landeskirche in Württemberg  
*Impressum *Index/Sitemap *Webmaster Webdesign, TYPO3-Umsetzung und TYPO3-Hosting: cron IT GmbH